Third Party Risk Management schützt Lieferketten von MEM-Unternehmen vor Angriffen

Das Third Party Risk Management (TPRM) nimmt in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) eine Schlüsselrolle ein und prägt massgeblich die Geschäftslandschaft. Die MEM-Branche ist stark darauf angewiesen, nahtlos mit Lieferanten, Dienstleistern und anderen externen Partnern zusammenzuarbeiten, um ihre Produkte effizient herzustellen und erstklassige Dienstleistungen anzubieten. Diese enge Kooperation bringt jedoch auch potenzielle Risiken mit sich, denen Unternehmen in dieser Branche äusserst aufmerksam begegnen müssen.
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Lieferengpässe sind eines der Hauptprobleme, mit denen die MEM-Industrie konfrontiert ist. Da diese Branche oft auf Just-in-Time-Produktion angewiesen ist, führen Lieferengpässe bei Rohstoffen oder Vorprodukten zu erheblichen Produktionsausfällen und Kostensteigerungen. Qualitätsschwankungen bei Zulieferteilen sind ein weiteres Problem, da sie zu Produktfehlern und Reklamationen auslösen. Darüber hinaus sind Cyberangriffe eine ernsthafte Bedrohung, da die MEM-Industrie aufgrund ihrer technologischen Fortschritte ein attraktives Ziel für Hacker darstellt. Ein erfolgreicher Angriff auf externe Partner kann zu Datendiebstahl, Produktionsstillständen und einem erheblichen Reputationsverlust führen. Schliesslich müssen Unternehmen in der MEM-Industrie auch eine Vielzahl von Compliance-Anforderungen erfüllen, und Verstösse gegen diese Anforderungen führen zu erheblichen Geldstrafen und anderen Sanktionen.

Weshalb ein Third Party Risk Management?

Hier unterstützt Third Party Risk Management (TPRM): Der strukturierte Prozess identifiziert, bewertet und überwacht Risiken und hilft Unternehmen in der MEM-Industrie dabei, proaktiv auf Herausforderungen zu reagieren und potenzielle Schwachstellen in ihrer Lieferkette zu erkennen und zu beheben. Ein effektives TPRM-System bietet eine Vielzahl von Vorteilen für Unternehmen in dieser Branche:

  1. Verbesserte Lieferkettensicherheit: Durch die Identifizierung und Bewertung von Risiken in der Lieferkette können Unternehmen Massnahmen ergreifen, um diese Risiken zu minimieren und somit die Lieferkettensicherheit zu erhöhen. Dies hilft, Lieferengpässe zu verhindern und die Produktionsstabilität aufrechtzuerhalten.
  2. Gesteigerte Qualität: Die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die hohe Qualitätsstandards einhalten, führt zu einer Verbesserung der Produktqualität und verringert das Risiko von Qualitätsproblemen und Reklamationen.
  3. Reduzierte Kosten: TPRM kann Kosten senken durch die Minimierung von Produktionsausfällen, Reklamationen und Compliance-Verstössen. Damit steigt die Rentabilität.
  4. Gesteigertes Vertrauen: Ein effektives TPRM-System stärkt das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern in die Sicherheit und Zuverlässigkeit eines Unternehmens. Dies wirkt sich langfristig positiv auf die Reputation aus.

So gelingt die Implementierung eines Third Party Risk Management

Die Etablierung eines effizienten Third Party Risk Management-Systems verlangt eine gründliche Planung und eine professionelle Umsetzung. Eine durchdachte Herangehensweise hilft, die Herausforderungen und Risiken angemessen zu meistern. Diese zentralen Schritte und Überlegungen sind bei der Implementierung eines erfolgreichen TPRM-Systems in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie von entscheidender Bedeutung:

  1. Identifizierung von Drittanbietern: Unternehmen müssen alle externen Partner identifizieren, die in ihre Geschäftsprozesse involviert sind. Dazu gehören nicht nur Lieferanten, sondern auch Dienstleister, Joint-Venture-Partner und andere.
  2. Risikobewertung: Jeder externe Partner muss einer gründlichen Risikobewertung unterzogen werden, die Faktoren wie die Bedeutung des Partners, die Branche, das Risikomanagement und die geografische Lage berücksichtigt.
  3. Mitigation von Risiken: Basierend auf den Risikobewertungen müssen Unternehmen Massnahmen definieren und umsetzen, um die identifizierten Risiken zu minimieren. Dazu gehören Audits, Verträge mit klaren Sicherheitsanforderungen, Versicherungen gegen Cyberangriffe und andere Schutzmassnahmen.
  4. Überwachung und Kontrolle: Die Wirksamkeit des TPRM-Systems muss regelmässig überwacht und kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass Sicherheitsanforderungen eingehalten werden, Risikominimierungsmassnahmen effektiv sind und Risikobewertungen aktuell sind.

Herausforderungen und Empfehlungen für die MEM-Industrie

Es gibt in der MEM-Industrie einige besondere Herausforderungen, die bei der Implementierung eines TPRM-Systems in Erwägung gezogen werden müssen. Diese spezifischen Schwierigkeiten gestalten den Prozess der Etablierung und Anwendung dieses Systems komplexer:

  1. Komplexität der Lieferkette: Die Lieferketten in dieser Branche sind oft global und komplex, was die Identifizierung und Bewertung von Risiken erschwert.
  2. Ressourcenknappheit: Die Implementierung und Pflege eines TPRM-Systems erfordern Ressourcen, die für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) eine Herausforderung darstellen können.
  3. Fehlende Standards: Es gibt keine einheitlichen Standards für TPRM in der MEM-Industrie, was die Vergleichbarkeit von Risikobewertungen und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen erschweren kann.

Um diesen komplexen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) bewährte Praktiken in ihre TPRM-Strategie integrieren. Diese bewährten Praktiken sind das Ergebnis von umfangreicher Erfahrung und fundiertem Fachwissen und tragen dazu bei, das TPRM-System effektiver und effizienter zu gestalten. Hier sind einige detaillierte Empfehlungen:

  • Führungsunterstützung: Die Unternehmensführung sollte das TPRM-System aktiv unterstützen und die Bedeutung eines effektiven Risikomanagements betonen.
  • Risikobasierter Ansatz: Unternehmen sollten sich auf die wichtigsten Risiken konzentrieren und Ressourcen entsprechend zuweisen.
  • Zusammenarbeit mit Lieferanten: Die Zusammenarbeit mit Lieferanten ist von entscheidender Bedeutung, um Risiken in der Lieferkette zu minimieren. Eine transparente Kommunikation und das Teilen von Best Practices können dazu beitragen.
  • Einsatz von Technologie: Die Nutzung von Technologie, wie beispielsweise Risikomanagement-Software, kann die Implementierung und Wartung eines TPRM-Systems erleichtern und die Effizienz steigern.

Risiken und Angriffe in der Lieferkette nehmen zu – bereiten Sie sich vor

TPRM ist zu einem entscheidenden Bestandteil der Unternehmenssicherheit in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie geworden, insbesondere angesichts der steigenden Komplexität und der zunehmenden Risiken in globalen Lieferketten. Unternehmen sollten nicht nur auf reaktive Massnahmen setzen, sondern eine proaktive Herangehensweise entwickeln. Die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die Integration neuer Technologien und die Einhaltung internationaler Standards tragen dazu bei, nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Effizienz und Resilienz der Lieferkette zu stärken. In einer Zeit, in der die Bedrohungen vielfältig und dynamisch sind, ist ein ganzheitlicher Ansatz zum Supplier Security Management unerlässlich. Unternehmen, die in die Sicherheit ihrer Lieferkette investieren, werden nicht nur kurzfristige Risiken minimieren, sondern auch langfristig das Vertrauen ihrer Kunden gewinnen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.

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