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Aveniq AG02. September 20263 min Lesezeit

Von der Erkennung zur Wirkung: Wie Security-Produkte tatsächlich Risiken reduzieren

Von der Erkennung zur Wirkung: Wie Security-Produkte tatsächlich Risiken reduzieren
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Unternehmen investieren zunehmend in spezialisierte Sicherheitslösungen und Security-Produkte, um ihre Cyberresilienz zu stärken. Bei der Auswahl stehen dabei oft Funktionen, Features und technische Fähigkeiten im Fokus. Entscheidend ist jedoch, welchen konkreten Mehrwert die Produkte bieten und wie die gewonnenen Erkenntnisse in bestehende Abläufe integriert und in wirksame Massnahmen überführt werden. Genau hier zeigt sich, ob ein Security-Produkt tatsächlich zur Reduktion von Risiken beiträgt.

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Mit der zunehmenden Verbreitung spezialisierter Security-Produkte rückt die Frage nach ihrer tatsächlichen Wirksamkeit in den Vordergrund. Dabei bleibt oft unklar, welchen konkreten Beitrag sie zur Risikoreduktion leisten, welche Funktionen diesen Mehrwert ermöglichen und wie diese im Sicherheitsdispositiv zusammenspielen. Insbesondere Security-Produkte, welche in erster Linie Informationen liefern, entfalten ihren Nutzen erst durch die Integration in bestehende Prozesse. Der eigentliche Sicherheitsgewinn entsteht erst dann, wenn diese Erkenntnisse in konkrete Entscheidungen und Massnahmen überführt werden.

Fehlende Integration reduziert die Sicherheitswirkung

Selbst leistungsfähige Security-Produkte können ihre Wirkung verlieren, wenn sie nicht in die betrieblichen Abläufe eingebunden sind. Werden Erkenntnisse nicht an die richtigen Stellen weitergegeben oder fehlen klare Verantwortlichkeiten für die Umsetzung von Massnahmen, bleibt die gewünschte Sicherheitswirkung häufig aus.

Praxisbeispiele: Wo fehlende Integration zum Problem wird

  • Schwachstellen-Scanning: Die Erkennung von Schwachstellen schafft Transparenz, reduziert jedoch kein Risiko. Erst wenn klare Verantwortlichkeiten, definierte Prozesse und eine zeitnahe Behebung oder Mitigation sichergestellt sind, entsteht ein tatsächlicher Sicherheitsgewinn.

  • Angriffserkennung: Angriffe und verdächtige Aktivitäten können frühzeitig erkannt werden. Ein Sicherheitsgewinn entsteht jedoch erst dann, wenn daraus zeitnah die richtigen Massnahmen abgeleitet werden. Erkennt ein Security-Produkt beispielsweise eine laufende Kompromittierung eines Servers, bleibt die Warnung wirkungslos, wenn niemand erreichbar ist, um das betroffene System zu isolieren oder kompromittierte Konten zu sperren.

So zeigt sich in der Praxis: Nicht die Erkennung von Risiken oder Angriffen schafft Sicherheit, sondern die Fähigkeit, daraus schnell und konsequent die richtigen Massnahmen abzuleiten und durchzuführen.

Von einzelnen Services zum wirksamen Sicherheitsverbund

Security-Produkte entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie als Teil eines abgestimmten Sicherheitsdispositivs zusammenwirken. Die einzelnen Produkte sollten dabei nicht isoliert betrachtet werden, sondern sich gegenseitig ergänzen und verstärken. Erkenntnisse aus der Angriffserkennung können beispielsweise Hinweise auf bislang unbekannte Schwachstellen liefern. Umgekehrt reduziert ein wirksames Schwachstellenmanagement die Angriffsfläche und damit die Anzahl sicherheitsrelevanter Vorfälle. Erst durch dieses Zusammenspiel entsteht eine Sicherheitswirkung, die über den Beitrag der einzelnen Services hinausgeht.

Mehr Sicherheit statt mehr Tools

Wer die Wirksamkeit seines Sicherheitsdispositivs erhöhen möchte, benötigt nicht zwingend weitere Tools oder zusätzliche Services. Der grössere Hebel liegt häufig darin, bestehende Sicherheitsleistungen besser zu verstehen und miteinander zu verbinden sowie den Weg von der Risikoerkennung bis zur Umsetzung von Massnahmen kritisch zu hinterfragen.

Dabei sollten Unternehmen insbesondere folgende Fragen beantworten:

  • Ist klar, welchen Zweck und welchen konkreten Mehrwert jedes Security-Produkt und jede Funktion erfüllt?
  • Sind Redundanzen bekannt, bewusst gewählte Mehrfachabsicherungen nachvollziehbar und bestehende Blindspots aus Angreifer-Perspektive identifiziert?
  • Wurde das Zusammenspiel der Sicherheitsfunktionen getestet und die Annahmen zu Funktion und Mehrwert verifiziert? Funktioniert die Integration in bestehende Prozesse und werden die identifizierten Risiken angemessen behandelt?
  • Ist sichergestellt, dass erkannte Risiken auch zu den richtigen Entscheidungen und wirksamen Massnahmen führen?

Diese End-to-End-Betrachtung macht sichtbar, ob Security-Produkte tatsächlich zur Risikoreduktion beitragen oder vor allem zusätzliche Informationen erzeugen, welche nicht verwertet werden. Sie schafft zugleich die Grundlage, das Sicherheitsdispositiv wirtschaftlich zu bewerten:

  • Welche Funktionen leisten keinen relevanten Beitrag und können entfallen?

  • Wo ist bewusstes Multi-Layering sinnvoll und begründbar?

  • Welche Blindspots müssen gezielt geschlossen werden, weil sie aus Angreifer-Perspektive ausnutzbar sind und nicht zum akzeptierten Risiko passen?

Letzteres könnte beispielsweise über ein Purple Teaming verifiziert werden. Durch die Zusammenführung von Angriffs- und Verteidigungsperspektive wird überprüfbar, ob die eingesetzten Sicherheitslösungen im Zusammenspiel relevante Angriffe erkennen, definierte Prozesse auslösen und wirksame Gegenmassnahmen ermöglichen. In vielen Fällen lässt sich die Sicherheitswirkung bereits erhöhen, wenn Verantwortlichkeiten geklärt, Prozesse abgestimmt und bestehende Produkte besser miteinander verzahnt werden.

Fazit

Nicht mehr Security-Produkte schaffen automatisch mehr Sicherheit. Entscheidend ist, ob erkannte Risiken wirksame Massnahmen auslösen. Erst das abgestimmte Zusammenspiel von Produkten, Prozessen und Verantwortlichkeiten schafft nachhaltige Sicherheitswirkung.

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